Dienstag, 22. August 2017

Marcus Aurelius als Motivation für den Morgen

Wenn du des Morgens nicht gern aufstehen magst, so denke: "Ich erwache, um als Mensch zu wirken. Warum sollte ich mit Unwillen das tun, wozu ich geschaffen und in die Welt geschickt bin? Bin ich denn geboren, um im warmen Bette liegen zu bleiben?"

- Aber das ist angenehmer...

Du bist also zum Vergnügen geboren, nicht zur Tätigkeit, zur Arbeit? Siehst du nicht, wie die Pflanzen, die Sperlinge, die Ameisen, die Spinnen, die Bienen, alle ihr Geschäft verrichten und nach ihrem Vermögen der Harmonie der Welt dienen? Und du weigerst dich, deine Pflicht als Mensch zu tun, eilst nicht zu deiner natürlichen Bestimmung?

- Aber man muss doch auch ausruhen?

Freilich muss man das. Indes hat auch hierin die Natur eine bestimmte Grenze gesetzt, wie sie im Essen und Trinken eine solche gesetzt hat. Du aber überschreitest diese Schranke, du gehst über das Bedürfnis hinaus. Nicht so in den Äußerungen deiner Tätigkeit; hier bleibst du hinter dem Möglichen Zurück. Du liebst dich eben selbst nicht, sonst würdest du auch deine Natur und das, was sie will, lieben. Diejenigen, die ihr Handwerk lieben, arbeiten sich dabei ab, vergessen das Bad und die Mahlzeit. Du aber achtest deine Natur weniger hoch als der Erzgießer seine Bildformen, der Tänzer seine Sprünge, der Geizhals sein Geld, der Ehrgeizige sein bisschen Ruhm? Auch diese versagen sich den Gegenständen ihrer Leidenschaft zu liebe eher Nahrung und Schlaf, als dass sie es weiter zu bringen suchen in dem, was für sie so anziehend ist. Dir aber erscheinen gemeinnützige Handlungen geringfügiger und der Anstrengung nicht so wert.

Mittwoch, 16. August 2017

Sarahs Tagebuch 16. August 2017

Heute morgen Taubenkadaver auf Bürgersteig.

Wenn Rorschach ähnliches schreibt hat es, wenn auch auf sehr düstere Weise, ein bisschen was Poetisches. Zumindest beim Lesen oder es im Film gesprochen zu hören. Aber es ist rein gar nichts poetisches in der Realität.

Hatte seit 12 Stunden nichts gegessen und getrunken. Essen war nicht das Problem. Auch wenn ich nach dieser Zeit doch langsam Hunger bekam. Wirklich störend fand ich, nichts trinken zu dürfen wegen der Blutabnahme. Da es für einen Allergietest war, bin ich mir nicht mal sicher, ob ich wirklich hätte nüchtern sein müssen heute Morgen. Die Frau fragte mich, ob es für den Allergietest ist. Ich sagte ihr ja und fragte, ob es einen Unterschied macht zu anderen Blutabnahmen. Natürlich, dachte ich sofort, dumme Frage. Sie bestätigte mir dann auch, dass andere Werte abgefragt würden.

Dachte kurz daran, nachhause zu fahren und der Stadt zu schreiben wegen der Taube. Dachte auch daran, die Taube einzusammeln und zum Park zu bringen, wie zu Silvester schon die Amsel. Fuhr dann doch direkt in die Stadt. In manchen Momenten sind andere wohl egal. Die Taube war sowieso tot und ihr nicht mehr zu helfen. Erst ein wenig Geld holen, dann zum Bäcker. Zwei Franzbrötchen (Blätterteigschnecken mit Zimt) zu holen und einen warmen Kakao. Der Bäcker ist in einem Einkaufszentrum mit vielen Geschäften. Gegen 8:30 Uhr als ich dort war, war ein Ausgang, den ich nehmen wollte noch zu und viele der Geschäfte noch nicht auf. Ein Mann war vor mir zu dem Ausgang gegangen und informierte mich, dass er zu wäre. Also ging ich einen anderen Weg raus und an einer Baustelle vorbei. Es waren schon Arbeiter am Werk. In einer Lautstärke, dass ich meinen mp3-Player ausschaltete bis ich halb auf dem Weg die Rolltreppe runter war. Ich schaute auf meine Zeit-Anzeige vom mp3-Player: 1 Minute 07 Sekunden. Ich hatte nicht einen einzigen Ton von „The Sound of Silence“ von Disturbed gehört und das, obwohl ich die Lautstärke auf die höchste Stufe gestellt hatte. Soviel zu the sound of silence (der Klang der Stille), dachte ich auf der Rolltreppe.

Auf der mittleren Ebene war eine junge Frau vor mir mit einer Jacke an, auf der hinten alles in großen Buchstaben „DON'T TALK TO ME“ (Sprich nicht mit mir) stand. Ich widerstand der Versuchung ihr „Tut mir leid.“ zu sagen, unterließ es dann aber. Sie wirkte in keiner Weise aggressiv und war freundlich genug, auf der mittleren Ebene zu bleiben, um eine zu rauchen, im Gegensatz zu anderen Leuten, die in der Rauch freien Zone unten rauchen. Nicht meine Art, Fremde anzusprechen.

Rorschach's Journal: October 12, 1985:
Dog carcass in alley this morning. Tire tread on burst stomach. The city is afraid of me. I have seen it's true face. The streets are extended gutters and the gutters are full of blood and when the drains finally scab over all the vermin will drown. The accumulated filth of all their sex and murder will foam up about their waists and and all the whores and politicians will look up and shout, “Save us!” and I'll whisper... “No.“

Rorchachs Tagebuch: 12. Oktober 1985:
Heute morgen Hundekadaver in Gasse. Reifenprofil auf aufgeplatztem Bauch. Die Stadt hat Angst vor mir, ich kenne ihr wahres Gesicht. Die Straßen sind Rinnsteine. Und diese Rinnsteine sind voller Blut. Und wenn die Gullies schließlich verstopfen, ersäuft all das Ungeziefer. Der dreckige Morast aus Sex und Mord wird ihnen bis zur Hüfte gehen. Und all die Huren und Politiker werden aufblicken und rufen: „Rette uns!“ Und ich werde flüstern: „Nein.“

Dienstag, 15. August 2017

Porno

Das hier ist ein Eintrag, den ich schon letztes Jahr geschrieben haben wollte, aber nicht geschrieben habe. Im Januar letztes Jahr kam „The Revenant – Der Rückkehrer“ in die Kinos mit Leonardo DiCaprio. Ich habe den Film nicht gesehen. Obwohl der Film auf einer wahren Geschichte basiert, was mich an sich meistens interessiert, hat mich der Film zu der Zeit nicht interessiert. Aber ich habe die Diskussion einer Szene bzw. eines Moments in dem Film mitbekommen. Nämlich eine Szene mit einem Bären in dessen Zusammenhang von Vergewaltigung geschrieben wurde. Letztlich scheint es aber auf eine als ungünstig zu bezeichnende Kameraeinstellung hinaus zu laufen und mehr nicht. Auf englischen Internetseiten wurde von „porn“ geschrieben. Carole Cadwalladr schrieb in ihrer Filmbesprechung für den Guardian schon in der Überschrift „The Revenant is meaningless pain porn“ (https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/jan/17/revenant-leonardo-dicaprio-violent-meaningless-glorification-pain). Ebenso auf deutschen Seiten wurde die gehäufte Gewalt in dem Film erwähnt. Auch deutschlandfunkkultur.de benutzt das Wort „Gewaltporno“. Abgesehen davon, dass ich inhaltlich von der Geschichte her wenig Interesse hatte, war die viele Gewalt, zumal wenn sie schon so betont wurde in Rezensionen, nur ein weiterer Grund für mich, den Film nicht zu sehen. Was mich stutzig machte jedoch war der Begriff „porn“ oder „Porno“ bei der ganzen Sache. Nur eine Anspielung auf die Bären-Szene und in Verbindung mit der vielen Gewalt dann „pain porn“, „Gewaltporno“?

Ich gehöre zu den Leuten, die Mark Gatiss erst eher spät entdeckt haben durch „Sherlock“. Als ich irgendwann einmal im Internet nach Bildern von ihm suchte, kam ich auf eine Seite mit Ansammlungen von Bildern seiner Hände. „Hand porn“. Ich verstehe, dass jemand beeindruckt, um nicht zu sagen besessen von einer Person sein kann. Bestimmte Aspekte sprechen mich unter Umständen bei anderen auch sehr an oder überhaupt nicht. Aber „hand porn“?

Du meine Güte! Ich habe gerade „food porn“ bei google eingegeben, um einen bestimmten Artikel wieder zu finden. Es gibt auf der englischen Wikipedia doch tatsächlich einen Eintrag dazu! Vorweg mit der Bemerkung: „Not to be confused with Food andsexuality.“ Die folgende Überschrift im Guardian neulich hatte mich wieder auf die „Porno“/“Porn“-Sache gebracht, nämlich „Unicorn lollies and six million avocados: our insatiable appetite for Instafood“. (https://www.theguardian.com/artanddesign/2017/aug/01/all-food-fit-to-instagram-have-we-reached-peak-food-porn-photography) Ein Foto der „Einhornlollies“ ist in dem Artikel nicht zu finden, aber es geht um Essen und neuerdings scheint in dem Zusammenhang das Wort „porn(o)“ nicht weit. So auch in dem Artikel. Ich versteh es nicht so wirklich. Vielleicht bin ich auch einfach nur naiv und ahnungslos. Immerhin gehöre ich zu den wenigen Leuten, die kein Konto bei Facebook haben und ich bin auch nicht auf Instagram oder Twitter oder einer dieser anderen Seiten, wo alles mögliche geteilt wird. Kann mich jemand bitte mal aufklären.

Vielleicht denke ich zu negativ oder so. Ich weiß es nicht. Aber im Bezug auf Sex habe ich ein paar Dokumentationen gesehen. Eine handelte von jungen Menschen, die eine krankhaft gestörte Sexualität ausleben. Nicht kriminell, aber auch nicht normal. Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an einen jungen Mann, der während einer Autofahrt eine junge Frau sah und dann anhalten musste, das Filmteam kurz verließ, auf die Toilette ging und kurz darauf wieder kam und ich glaube, er entschuldigte sich auch beim Filmteam. Es wäre nötig gewesen in dem Moment. Ihm war dabei sehr bewusst, dass es kein normales Verhalten war und ich glaube, es tat ihm leid. Er tat mir leid. In einer anderen Sendung ging es um Jugendliche, Sexualität und Pornos. Durch das Internet haben Kinder und Jugendliche einfach und unbemerkt von anderen Zugriff auf Pornos und „Sexfilme“. Solche Filme, so erzählten die Jugendlichen offen, würden auch mit anderen geteilt werden. Einer in dem Film machte die Bemerkung, dass das Rasieren z. B. der Beine der Frauen und auch jungen Mädchen aus dem Pornobereich kommt. Für eine gute Sicht wird für solche Filmen rasiert. Das war etwas, was ich so bisher nicht gesehen habe. Bestimmt ist das kein Gedanke, der den meisten Frauen kommt, die sich heute rasieren.

Ich wurde damals in der Schulzeit von einem Fahrdienst von zuhause abgeholt und von der Schule wieder nachhause gefahren. Ich erinnere mich, dass als ich in den letzten Klassen-Stufen war, die Fahrer und Jungen, die mitfuhren, sich über Frauen und jungen Mädchen unterhielten, die sie auf der Straße auf der Fahrt sahen. Begriffe wie „Schlampe“ fielen dabei. Nicht ständig, nicht mal unbedingt wöchentlich. Aber ungeachtet der Tatsache, dass ich als junge Frau mitfuhr, wurde der Begriff frei genutzt. Im Englischen ist der Begriff „bitch“ ebenso freizügig benutzt für eine bestimmte Art Frauen oder auch Mädchen. Auf der anderen Seite dann immer wieder auch Diskussionen darum, ob Opfer von Vergewaltigungen diese Tat durch ihr Verhalten oder ihre Kleidung provoziert haben könnten.

Was heißt das alles für unsere Gesellschaft und ihre Entwicklung? Der Begriff „Sexualisierung“ kommt mir in den Kopf. Weiter komme ich allerdings nicht in meinen Gedanken. Ich versteh es nicht. Kann die Begegnung mit einem Bären nicht einfach die Begegnung mit einem Bären sein? Können Hände und Essen nicht einfach Hände und Essen sein? Ich glaube, mir gefällt diese Entwicklung nicht. Vielleicht, nur weil ich es nicht verstehe. Vielleicht weil es mir wirklich nicht gefällt.

Kommentare mehr als willkommen. Ich denke, ich bin offen und würde gerne mehr verstehen.

Dienstag, 25. Juli 2017

Ich mag Regen nicht - doch ich mag ihn

Es gibt Sprüche um das Thema, dass nicht die Umstände oder Situationen schlimm sind, sondern entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen und sie wahrnehmen. Das klingt klingt gut und schön. Manchmal ist es einfacher gesagt als umzusetzen. Es stimmt allerdings.

Letzten Mittwoch war es heiß und der Postbote jammerte. Ich sagte ihm, dass jetzt alle jammern würden, dass es zu heiß ist, aber nächstes Mal, wenn es wieder kalt und nass ist, werden wieder alle jammern. Dieses Mal, dass es zu kalt und nass ist. Der Postbote meinte, dass ihm Regen lieber wäre. Ich sagte ihm, dass ich es gerne kälter hätte, aber nass nicht so gerne mag. Er meinte, er mag es nass.

Am Donnerstag kam dann die Abkühlung und ich musste im Regen zur Arbeit. Ich mag Regenschirme nicht, weil man dann 1. etwas in der Hand hat und sie nicht frei hat und 2. was mache ich mit dem nassen Schirm? Mir ist eine nasse Jacke lieber und Hände frei von Regenschirmen, trocken oder nass. Entsprechend wurde meine Jacke auf dem Weg von meiner Wohnung zur Bahn nass. Ich hatte meine Kapuze über den Kopf gezogen. In der Bahn schob ich die Kapuze von meinem Kopf.

Als ich an der Haltestelle meiner Arbeit ankam, hatte es noch immer nicht aufgehört zu regnen. Aus einem irgendwie seltsamen Gefühl heraus zog ich mir die Kapuze nicht wieder über den Kopf. Meine Haare wurden nass und es war mir auf einmal egal. Nein, es war mir nicht egal. Es war gut. Ich hatte Mittwoch unrecht gehabt. Der Regen machte meine Haare nass. Ungünstig, da meine Haare sich dann kringeln mit ein wenig Naturlocken, die ich habe. Es sieht durcheinander aus. Außerdem keine Möglichkeit, die Haare sinnvoll und schnell trocknen zu können. Immerhin habe ich kurze Haare.

Ich dachte an jemanden in einem Film, der im Verlauf relativ viele Szenen hatte, in denen er vom Regen mehr oder weniger nass wurde. Manchmal hat er einen Hut. Mehr als einmal hat er nichts, um seinen Kopf und Haare zu schützen. Ich dachte an den Schauspieler und seine Figur und der Regen war auf einmal völlig in Ordnung und gut. Seltsam, wie eine simple gedankliche Verbindung Gefühle für eine Situation verändern kann.

Nein, ich werde nicht verraten, welchen Film, Schauspieler bzw. Figur ich im Kopf hatte. Das bleibt mein kleines Geheimnis. Es ist ohnehin meine Verbindung. Wenn ihr Regen nicht mögt, solltet ihr eure eigene Verbindung finden, damit Regen angenehmer wird. Es kann eine Befreiung sein.

Freitag, 7. Juli 2017

Bomben

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch träumte ich von Bomben. Ich war in einem Haus oder einer Wohnung und hockte an einer Wand und hörte draußen die Bomben einschlagen. Der Traum zog sich hin. Manchmal machte ich irgendwas und hatte die Bomben fast vergessen, weil keine mehr gefallen sind. Dann kamen die nächsten. Das wiederholte sich mehrmals. Mehr passierte nicht im Traum. Das Gebäude, in dem ich mich befand, wurde nicht getroffen. Ich kann mich nicht erinnern, aus einem Fenster geschaut zu haben. Real hätte ich mich wegen der Gefahr von zerspringendem Glas wohl eher nicht in die Nähe eines Fensters gesetzt. Obwohl natürlich eine einschlagende Bombe im Gebäude ungleich gefährlicher gewesen wäre als umherfliegende Glassplitter.

Ich schaute morgens kurz in mein E-Mail Postfach und las nur die aller erste Überschrift der E-Mail von The Guardian. Nordkoreanische Raketen waren offenbar abgefeuert worden. (The Guardian today: North Korea missile test a 'new threat to world', says US amid show of military force: North Korea missile test a 'new threat to world', says US amid show of military force) Als Test. Ganz toll. Vor allem nach meinem Traum.

Als ich an dem Morgen dann auf die Bahn wartete, war an der Anzeigentafel ein Sprichwort. Sprichwörter werden immer bildhaft dargestellt, bevor abschließend der Text angezeigt wird. An diesem Morgen war es: „Mit Kanonen auf Spatzen schießen.“ Kanonen sind nicht Bomben, aber nah dran irgendwie.

Eine Kollegin teilte mir auf der Fahrt zur Arbeit mit, dass sie an diesem Morgen im Radio gehört hatte, dass 2 Bomben entschärft werden sollten an diesem Tag in unserer Stadt. (Sperrungen aufgehoben Weltkriegsbomben in Bochum entschärft)

Irgendwie eine „bombenreiche“ Woche...

Ich werde morgen mein T-Shirt tragen, das ich offenbar schon vor fast 2 Jahren gekauft habe „Bombing for peace is like fucking for virginity“ (Ein wahrscheinlich bedeutungsloses Statement).

Mittwoch, 28. Juni 2017

Kirschen

Einer unserer Assistenzärzte hat einen Kirschbaum (eigentlich sein Vater) und er kam schon die letzten Tage immer wieder mit Kirschen. Ich habe ihm gesagt, ich würde ihm eine größere Menge abnehmen und Marmelade daraus machen. Selbstverständlich bekommt er ein Glas davon ab.

Heute hat er mir dann einen Korb mitgebracht. Ich habe ihn zuhause gewogen. Korb und Kirschen: 10,1 kg.

Eine liebe Kollegin hat mir geholfen, den Korb zum Parkplatz zu bringen und mir vom Haupteingang ein Taxi dort hin bringen lassen. Das war am einfachsten, zumal es heute immer wieder regnet. Die paar Treppen vom Taxi in meine Wohnung waren dann nicht mal so schwer.

Einige Hand voll habe ich genommen und ins Waschbecken gelegt, Wasser einlaufen lassen und gewaschen. Dann die Stiele entfernt. Natürlich mussten auch die Kerne raus. Ich habe kein Gerät dafür und habe mich letztlich für das einfachste entschieden: meine Finger. Bevor ich richtig los legte, hatte ich noch den Einfall, mein graues T-Shirt gegen ein älteres orangenes zu wechseln. Guter Einfall. Ehe ich alles sinnvoll hingestellt hatte bekam der Boden gleich als erstes einige Tropfen ab, als nächstes kam die Wand, mein T-Shirt und meine Finger natürlich.

Ich überlegte, ob Blut in größeren Mengen als ein simpler Schnitt auch so sehr färbt. Verwarf dann aber den Gedanken, einen unserer Ärzte zu fragen als mir einfiel, dass sie ja ohnehin Handschuhe tragen bei Operationen.

Frage: Warum tragen Ärzte bei Operationen Handschuhe?
Antwort: Um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Im Grunde dachte ich aber beim Entkernen an Rorschach aus Watchmen. Der Comedian wird umgebracht. Er hat als Zeichen einen Button mit einem gelben Smiley. Der Smiley bekommt während des Mordes einen markanten Blutfleck ab. Der Smiley, so verändert, ist damit eines der bekanntesten Zeichen sowohl vom Buch als auch vom Film. Wobei der Smiley im Film etwas anders befleckt ist als im Buch. Rorschach findet den Smiley und geht damit zu seinem Kollegen (kann man sagen Freund?) Daniel Dreiberg. Daniel ist nicht zuhause, also bricht Rorschach einfach in die Wohnung ein und isst außerdem eine Dose mit gebackenen Bohnen. Als Daniel nachhause kommt, zeigt Rorschach ihm den Smiley und es kommt zu folgendem Dialog:

Rorschach: Daniel, sieh mal.
Daniel Dreiberg: Ist das Bohnensaft?
Rorschach: Menschlicher Bohnensaft. Der Button ist vom Comedian. Das Blut auch. Er ist tot.

Rorschach: Daniel, look at this.
Daniel Dreiberg: Is this bean juice?
Rorschach: Human bean juice. Badge belonged to the Comedian. Blood, too. He's dead.

Montag, 26. Juni 2017

Klopf klopf!

Kommt ein Mann heute Morgen in mein Büro und ruft: "Klopf klopf!" Also antworte ich natürlich mit: "Wer ist da?" Aber er wiederum antwortet nur mit: "Firma schreddet." Ich bin nicht mal sicher, ob "Schreddet" der Name der Firma ist, die unsere Datenschutzbox leert und schreddet, oder ob er meinte, die Firma ist da, die die Datenboxen leert und schreddet. Er wirkte fröhlich und gut gelaunt, aber auf Zack war er nicht gerade.

Ich schrieb das einigen Freunden. Zwei schrieben zurück, was ich denn erwartet hätte. Na, etwas cleveres oder lustiges. Neulich zum Beispiel las ich etwas auf Englisch, was ich recht lustig und ungewöhnlich fand:

Knock knock
Who's there?
Little old lady.
Little old lady who?
I didn't know you could yodel.

Ich war allerdings auch nicht ganz auf Zack. Ich hätte ihm sagen sollen, dass er sich was hätte überlegen sollen für den bereits angedeuteten Klopf klopf Witz.

Kennt ihr gute Klopf klopf Witze? Auf deutsch oder englisch? Schreibt sie in die Kommentare!