Donnerstag, 30. Juli 2015

M&M: Footloose

Liebe Leserinnen und Leser,

ich kann nicht tanzen und habe auch kein besonderes Interesse an Tanz-Filmen, obwohl ich einige rein aus Interesse gesehen habe, einige der älteren Filme wie „Flashdance“ sehe ich noch ganz gerne an. Im Gegensatz dazu stehen die neueren Filme, die irgendwie an sich alle sehr ähnlich wirken: ein Jugendlicher oder eine Jugendliche, anfangs Außenseiter, verträumt und/oder verkannt schafft am Ende des Films den Durchbruch und wird an der Tanzschule angenommen oder etabliert sich als das Tanz-Genie, was sie von Anfang an waren. Der Film „Footloose“ aus dem Jahr 1984 ist anders, was ihn für mich interessant macht, andere jedoch gerade kritisieren. Doch dazu später mehr. Hier erst einmal die Geschichte:

Ren MacCormack (Kevin Bacon) kommt von der Großstadt Chicago in die Kleinstadt Bomont. Aufgrund gewisser Umstände der Vergangenheit ist dort Alkohol, Rockmusik und tanzen verboten. Vor allem dem Reverend Shaw Moore (John Lithgow) ist sehr daran gelegen, dass das auch so bleibt. Der Reverend verlor durch einen Autounfall seinen Sohn und glaubt, dass Drogen und Alkohol, die für ihn eindeutig zur Rockmusik dazu gehören, Schuld sind am Tod seines Sohnes. Also ist tanzen jeder Art in der Stadt verboten. Ren tanzt gerne und hört auch gerne laut Musik, was ihn schon bald nach dem Umzug in Konflikte mit den konservativen Einwohnern der Stadt bringt. Ren verliebt sich außerdem in die Tochter des Reverend, Ariel (Lori Singer).

Ren möchte, dass das Tanzverbot für den Abschlussball seines Jahrgangs aufgehoben wird. Er bereitet eine Rede vor dem Stadtrat vor, mit Zitaten aus der Bibel, die den Reverend zwar berührt, aber der Rat entscheidet sich gegen die Aufhebung des Verbots. Die Frau des Reverend (Diane Wiest) stimmt ihren Mann noch nachdenklicher. Als einige Einwohner schließlich eine Buchverbrennung veranstalten wollen, weil sie diese für gefährlich für die Jugend halten, kann der Reverend die Buchverbrennung gerade eben noch verhindern und merkt, dass die Verbote und Regeln der Stadt mittlerweile zu weit gegangen sind.

Werden die Schüler zum Abschlussball tanzen dürfen? Das müsst ihr euch schon selbst ansehen. Chris Penn (der Bruder von Sean Penn), ist in einer jungen Rolle als Freund von Kevin Bacon zu sehen. Angeblich konnte Chris Penn nicht tanzen, musste es aber für den Film. Was vermutlich zu der kleinen Montage führte, in der Kevin Bacon's Figur Chris Penn verzweifelt, aber schließlich mit Erfolg, das Tanzen beibringt. Eine durchaus amüsante Montage, finde ich. Apropos junge Schauspieler: Sarah Jessica Parker ist als Rusty, eine Freundin von Ariel, in einer ihrer ersten Filmrollen zu sehen und wurde dafür auch für den „Young Artist Award“ nominiert.

So unglaublich die Geschichte um ein Tanzverbot in einer Stadt scheinen mag, hat sie doch einen wahren Hintergrund. In Elmore City, einer Kleinstadt in Oklahoma, herrschte tatsächlich seit 1861 ein Tanzverbot, was durch einen Aufstand der Jugendlichen erst 1980 aufgehoben wurde.

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times über „Footloose“, dass der Film versuchen würde eine Konfliktsituation in einer Kleinstadt und einige Charaktere der Teenager zeigen wollte und gleichzeitig ein Musikvideo sein will und alles drei schlecht machen würde. Sicherlich ist „Footloose“ kein Tanz-Film, wie die neueren, die ich oben beschrieben habe. Mit dem Hintergrund der wahren Geschichte um ein Tanzverbot in einer Stadt, ist er für mich trotzdem sehenswert. Anders als bei vielen moderneren Tanz-Filmen geht es hier nicht nur um das Tanzen und anderen zeigen, wie toll die Schüler tanzen können, sondern um das Recht tanzen zu dürfen und die Montage wie Kevin Bacon Chris Penn das Tanzen beibringt sehe ich immer wieder gerne. Tanzbegeisterte Zuschauer, die einen Film mit vielen Tanzeinlagen erwarten, werden sicherlich enttäuscht. Ich jedenfalls sehe mir „Footloose“ ab und zu ganz gerne an.

2011 kam ein Remake davon in die Kinos. Das Remake bleibt nah an der Original-Geschichte, teils sogar mit den gleichen Dialogen und ist etwas modern-energiereicher als das Original. Für mich fehlte trotzdem der Geist des Originals und es berührte mich im Vergleich zum Original fast überhaupt nicht. Es bleibt für mich also nur ein modern gemachtes, schlechtes Remake.

Bis zum nächsten Blog,
sarah


Samstag, 25. Juli 2015

Die Sprache der Sinne

Liebe Leserinnen und Leser,

ähnlich wie schon in meinem Organsprache Eintrag gibt es nicht nur eine Ausdrucksweise, die Organe oder den Körper betreffen. Wer sich mit dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) beschäftigt, wird auch auf die Tatsache gestoßen sein, dass wir Formulierungen betreffend unserer Sinnesorgane verwenden. NLPler (Personen, die NLP anwenden und sich damit beschäftigen) benutzen diese Tatsache gerne, um darauf aufmerksam zu machen, dass ein Mensch, der viel visuelle Ausdrücke oder das Sehen betreffende macht, ein "visueller Typ" wäre. Man könnte dann gut Zugang und Vertrauen zu einem solchen Menschen aufbauen, indem man selbst entsprechende Formulierungen und Redewendungen anwendet.

Ich denke, man sollte trotzdem nicht den Fehler machen und mit jemanden bemüht sein in Formulierungen nur eines Sinnesorgans zu sprechen. Es ist sicherlich gut um diese Formulierungen zu wissen und sich ihnen bewusst zu sein. Bestimmt kann es auch helfen, wenn man am Anfang eines Kontaktes zu einer Person bewusster hinhört und Formulierungen wahrnimmt und aufgreift. An einen reinen zum Beispiel "visuellen Typ" an sich glaube ich trotzdem nicht und ich halte es für kontraproduktiv aus diesem Glauben heraus bewusst nur visuelle Formulierungen zu benutzen. Sowas kann steif und manipulierend wirken, was es, meiner Meinung nach, dann letztlich auch ist. Das ist sicherlich einer der Vorwürfe an NLP, dass es manipulativ ist

Während meines Studiums hatte die Dozentin im Englischkurs einmal einige Arbeitsblätter zum Thema Lernen ausgeteilt. Natürlich ging es wieder darum, welcher "Lern-Typ" wir wären. Während wir in Partnerarbeit diese Blätter und Typen besprachen, ging die Dozentin rum und sprach mich an. Ich erklärte ihr, dass ich am besten lernen würde nicht durch hören von Aufnahmen oder Filmen, auch nicht durch wiederholtes Lesen und/oder Schreiben der Worte oder häufig selbst die Worte zu sprechen, sondern durch eine Kombination all dieser Möglichkeiten. Ja, aber wenn wir herausfinden würden, welcher Typ wir sind und durch welche dieser Methoden wir am besten lernen würden, könnten wir das zu unserem Vorteil nutzen und effektiver lernen.

Ja, wahrscheinlich gibt es eine Lernmethode, die für Sprachen bei jedem Menschen jeweils effektiver ist als andere Methoden. Ich würde es wirklich auf bestimmte Dinge eingrenzen, die zu lernen sind. Mathematik erfordert eine andere Art zu Denken und möglicherweise auch eine andere Lernmethode. Trotzdem glaube ich persönlich nicht an den Lern-Typ x. Genau so wenig wie ein Mensch ein rein "visueller Typ" sein kann. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 15. Juli 2015

Das Wichtigste im Leben

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich ging ich einkaufen und blieb kurz stehen, als ich sah, dass eine Frau vertieft in ihr Smartphone gerade aus auf mich zu ging und mich scheinbar nicht sah. Ich sagte nichts und blieb nur stehen. Erst als sie fast mit mir zusammen stieß, schaute sie erschrocken auf, entschuldigte sich und ging an mir vorbei weiter.

Vor einigen Jahren war eine meiner Tanten (eigentlich Großtante) bei uns zu Besuch. Nichts gegen meine Tante, ich mag sie. Aber sie war regelmäßig an ihrem Handy telefonieren oder schrieb SMS an andere oder war im Internet, anderen Leuten Mails zu schreiben. Das ging dann so weit, dass meine Mutter, die sonst wirklich geduldig war mit anderen, ihr irgendwann einmal sagte, dass sie das Handy bitte weglegen sollte. Sagte eine gut 60-Jährige zur 80-jährigen Tante. Das war was!

Ich hatte mal gehört von einer Gruppe Asiaten, die angeblich mit einer Videokamera durch ein Museum gelaufen waren und alles gefilmt haben. Vermutlich, um sich das Museum und die Kunstwerke danach „in Ruhe“ Zuhause oder im Hotel anzusehen? Aber wer weiß, ob diese Geschichte überhaupt wahr ist… Hoffentlich ist diese es nicht! Vielleicht war es auch nur ein Fotoapparat. Ich bin nicht sicher, ob Museen Videokameras erlauben würden aus Sicherheitsgründen.

In der Bahn sitzen viele mit ihren Smartphones beschäftigt. Wenn jemand neben mir saß, schaute ich schon mal rüber, was die Person gerade machte. Manche chatteten, viele spielten. Meistens waren es entweder diese Spiele wie Tetris, wo Klötze von oben runter kamen und unten angelegt werden mussten oder irgendwelche Kugeln, die von oben kamen unten mit einem „Gewehr“ abgeschossen werden mussten. Also letztlich Spiele, um einfach nur Zeit tot zu schlagen. Nichts gegen solche Spiele oder Menschen, die sie spielen…

Ich bin in einem Forum, wo jemand einen Spruch als Signatur unter seinen Beiträgen stehen hat. Ich habe mittlerweile herausgefunden, woher der Spruch kommt, nämlich von „Fast & Furious 5“. Einer der Charakter dort sagt: „Aber das Wichtigste im Leben werden immer die Menschen in diesem Raum sein. Ihr. In diesem Moment.“ Der Spruch gefällt mir und ich kann verstehen, dass ihn jemand als Signatur wählt. Ich kenne den Film nicht und bin nicht sicher, wie es in der Szene gedacht ist. Aber der Gedanke, dass das Wichtigste im Leben die Menschen sind, die unmittelbar um mich herum oder mit mir zusammen sind, gefällt mir. Die quasi Bildschirm-Gesellschaft, die zurzeit herrscht, wo so viele Leute nur auf ihre Bildschirme starren und teilweise sogar in andere Leute laufen, weil sie gar nicht mal ihre Umgebung mehr wahrnehmen, finde ich sehr traurig.

Neulich las ich zufällig einen Artikel online. Ein 14-jähriges Mädchen war verletzt worden, als sie auf ihr Smartphone starrend, damit beschäftigt Updates zu installieren, die Straße überquerte und ein Auto nicht kommen gesehen hatte. Es wurde nur berichtet, dass das Mädchen verletzt wurde, nicht wie schwer. Glück für das Mädchen, dass sie nur verletzt wurde und wenigstens der Autofahrer aufgepasst hat.

Der Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann veröffentlichte 1845 eine Geschichtensammlung unter dem Titel „Struwwelpeter“ eine davon ist die „Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft“, ein Junge, der so beschäftigt ist, in die Luft zu sehen, die Luft und sonst wo hin zu sehen, dass er erst einen Hund umrennt und dann, zur Belustigung der Fische inklusive seiner Tasche in den Fluss fällt und dabei verloren geht. Mag sein, dass die Geschichte übertrieben ist und erfunden, aber ganz so unrealistisch ist sie vom Prinzip her sicher nicht.

Meine Mutter schickte mir einmal ein Bild, das ihr jemand geschickt hatte. Wenn ich es online finde, werde ich es hier noch einfügen nachträglich. Es zeigte mehrere Frauen in einer U-Bahn. Eine hatte ihren Laptop auf dem Schoß, eine andere hatte ihr Handy am Ohr, eine weitere laß ihr ebook. Mitten unter ihnen saß ein Mann, fast schon "altmodisch" mit einem simplen gedruckten Buch. Die Frage unter dem Bild war sinngemäß: "Was macht der denn da?"

Hier ist das Bild:
(Quelle: http://i.imgur.com/oHuAH.jpg)

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Dienstag, 30. Juni 2015

M&M: Flying Scotsman - Allein zum Ziel

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern hatte ich noch den Gedanken: Welchen Film bespreche ich nur morgen?!

Dann sah ich mir, völlig unabhängig davon, einfach nur weil ich Jonny Lee Miller in „Elementary“ mag und ihn auch mal in anderen Rollen sehen wollte „Flying Scotsmann – Allein zum Ziel“ an. Zugegeben, „Trainspotting“ und „Hackers“, wo er ebenfalls mitspielt, kannte ich schon. Er ist mir also nicht nur aus „Elementary“ bekannt.

Flying Scotsman. Ein fliegender Schotten? Oh nein, ich hab keine Lust auf Fantasy in der Art heute Abend. Okay, schauen wir doch mal, worum es in dem Film geht. Aha! Basierend auf der waren Geschichte des Schotten, Graeme Obree (Jonny Lee Miller), der total begeisterter Radfahrer ist und einen neuen Weltrekord aufstellt – mit einem selbst gebasteltem Fahrrad! Ein Fahrrad, das unter anderem aus Teilen einer Waschmaschine. Klingt ja doch recht interessant. Die Sache hat allerdings auch eine dunkle Seite: nämlich die, dass Graeme immer wieder auch an Depressionen leidet und Suizidversuche begangen hat.

Graeme ist im Film verheiratet mit Anne (Laura Fraser) und die beiden haben ein Kind. Im „echten“ Leben sind die beiden mittlerweile geschieden und hat sich 2011 außerdem als schwul „geoutet“, wie auch der Guardian berichtete: http://www.theguardian.com/sport/2011/feb/02/graeme-obree-cycling

Als Kind ein Außenseiter und schikaniert von anderen Jungen, schenkten die Eltern Graeme an einem Weihnachten ein Fahrrad. Dieses nutzt er anfangs, um seinen Peinigern zu entkommen, doch auch später bleibt es für ihn ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Als er seinen Fahrradladen aufgeben muss, wundert es daher nicht besonders, dass sein nächster Job der des Fahrradkuriers ist. Dort lernt er einen weiteren Kurier kennen, Malky (Billy Boyd), der genau so fahrradbegeistert ist, wie er selbst. Als Graeme den neuen Weltrekord aufstellen will, heuert er Malky als Manager an. Da er sein Fahrrad selbst gebaut hat und Sponsoren von teuren Profi-Rädern nun um ihre Einnahmen fürchten, setzt der Weltradsportverband so einiges daran, Graeme zu disqualifizieren und ihm das Leben schwer zu machen. Doch Graeme ist kreativ und ehrgeizig genug, ihnen so einiges entgegen zu setzen.

Der Film verzichtet auf groß ausgeschmückte Erzählungen und Klischees und zeigt die Begeisterung Graeme Obrees für das Radfahren und seinen Ehrgeiz. Daher für jeden, der gerne Fahrrad fährt, sicher ein lohnenswerter Film. Schade ist, dass der Film recht gut anfängt, aber später scheinbar nur so durch Graeme Obrees Leben rast. Die Kindheit und Anfänge mit Malky sind teils sehr humorvoll umgesetzt. Dann sitzt er mal am Hafen, mal zuhause, ohne etwas zu machen. Scheinbar depressive Phasen. (Heute ist er als bipolar bzw. manisch-depressiv diagnostiziert.) Doch dann schafft er es wieder aufs Fahrrad und dann ist der Film zu Ende. Ein wenig schade für einen Film, der doch so gut anfängt. Besonders hervorzuheben für diejenigen, die es wagen, den Film im Originalton anzusehen, ist der überzeugende schottische Akzent von Jonny Lee Miller. Geboren ist Jonny Lee Miller nämlich in Kingston upon Thames, England, mit einem daher ganz anderen Akzent.

Flying Scotsman ist für mich ein Film, der trotz der Schwächen zum Ende hin, lohnenswert ist, vor allem für Fahrrad-Fans (und Fans des schottischen Akzents). Durchaus sehenswert und vielleicht ja auch motivierend für die Zuschauer, sich mal wieder öfters auf eigene Fahrrad zu schwingen. Wir müssen ja nicht gleich Weltrekorde aufstellen. Frohes Fahren!

Bis zum nächsten Blog,
sarah


Wer ist 'man' überhaupt?

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Jahren saßen wir als Familie zusammen auf dem Balkon und grillten. Meine Schwester erzählte von letzter Nacht. Ich weiß nicht mehr exakt, was sie sagte, aber sinngemäß etwas in der Art: „Ich hatte gestern eine Mücke in meinem Zimmer. Sie flog herum und summte. Und wenn man das Licht anmacht, ist sie verschwunden!“ Daraufhin fragte unsere Mutter, „Wer ist 'man', der dir das Licht angemacht hat?“
 
Bis heute bin ich überrascht, dass gerade meine Mutter auf diese Formulierung angesprungen ist. Normalerweise habe ich ganz gute Ohren für so etwas. In dem Moment jedoch war eher mein Herz angesprungen, denn wir alle kennen doch gut Nächte, in denen Mücken summen und nerven, wenn wir schlafen wollen. Mein Vater ist auch relativ gut darin, manche Unstimmigkeiten bei Gesagten herauszuhören und zu kommentieren. Aber auch er hatte nicht darauf reagiert an dem Abend.
 
Wer ist diese unbekannte, unbestimmte Person „man“ überhaupt? Sie findet sich auch in Rezepten oder anderen Anleitungen und Anweisungen. Man nehme drei Esslöffel... Kann *ich* nicht nehmen? „Nehmen Sie...“ oder „Nimm...“?
 
Nett sind auch die ganz schlauen Menschen. Die „Man sagt,...“ Auch bekannt als „Es heißt, man...“ Wer macht die Recherche für diese Leute?

Man sagt, vieles im Internet ist Blödsinn. Vielleicht auch dieser Eintrag. Ich weiß es nicht. Ich dachte nur neulich an den Abend auf dem Balkon, weil ich selbst eine Mücke in meinem Zimmer summen hörte und als ich das Licht an machte, war sie meistens verschwunden. Die Male, wo ich sie gesehen habe, konnte ich sie leider nicht erwischen.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Donnerstag, 25. Juni 2015

Organsprache

Liebe Leserinnen und Leser,

nein, Organsprache ist nichts schlimmes oder unverschämtes. Es ist die Ausdrucksweise unserer Organe, um zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Theorie ist, dass wir darauf basierend, mit welchem Organ wir Probleme haben, auch feststellen können, was genauer das Problem ist.

Das scheint gar nicht so abwegig, obwohl ich mich nur höchst oberflächlich mit dem Thema beschäftigt habe. Manches scheint selbst ohne näheres Wissen über Organsprache fast intuitiv auch in unserer Wort-Sprache Ausdruck zu finden.

Das nächste Mal, wenn ihr sehr ausführlich über eine Sache nachdenkt, denkt vielleicht auch an diesen Eintrag und wundert euch nicht so sehr, dass ihr Kopfschmerzen habt. Auch wenn ich euch nicht sagen kann, warum wir gerade durch vieles Nachdenken ausgerechnet Kopfschmerzen verursacht, gibt es dennoch die Redewendung, dass etwas „Kopfzerbrechen“ verursacht. Alternativ schlägt einigen Menschen unangenehme Dinge „auf den Magen“.

Vor allem Frauen haben Spaß, beim Kochen für andere, den Teller schön herzurichten oder freuen sich, wenn ihnen ein schön hergerichtetes Essen serviert wird, denn „das Auge isst mit“.

Als ich einmal für eine Korrektur meiner Nase im Krankenhaus lag und viele von uns nach der Nasenoperation Tamponaden in der Nase hatten, witzelten wir einige Tage nach der Operation, dass wir „die Nase voll haben“.

Vielleicht habt auch ihr schon mal von Pheromonen gehört, Botenstoffe, die Informationen unter Menschen austauschen und daraufhin bestimmte Reaktionen bei uns und dem Gegenüber auslösen. Das ganze passiert unbewusst, trotzdem ist etwas Wahres dran an dem Sprichwort, dass man einen „nicht gut riechen kann“ wenn man die Person nicht mag oder eben „gut riechen kann“, wenn man die Person mag.

Ist es so verwunderlich, dass manche Leute Asthma entwickeln, wenn wir schon die Redensart „da bleibt mir die Luft weg“ haben?

Möglicherweise lohnt es sich näher zu schauen, was diese Organsprache bedeuten kann, vor allem wenn ein oder mehrere Organe immer wieder Probleme bereiten.

Haltet die Ohren steif!

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Dienstag, 16. Juni 2015

Das Quagga und das Wollhaarmammut

Liebe Leserinnen und Leser,

schon mal ein Quagga gesehen oder davon gehört? Natürlich nicht „in echt“ gesehen. Sie sind nämlich um1883 ausgestorben. Quaggas waren Verwandte der heutigen Steppenzebras. Wobei Quaggas nicht weiß mit schwarzen Streifen waren, sondern hell braun mit fast keinen weißen Streifen, außer am Kopf und Hals. Sie lebten in Südafrika und wurden vor von den niederländischen Siedlern allem gejagt, weil sie als natürliche Konkurrenz der Rinder gesehen wurden. Erst viel später, nachdem das letzte Quagga am 12. August 1883 im Artis-Zoo in Amsterdam gestorben war, begriff man, wie weit man mit der Jagd gegangen war. Das Quagga (Equus quagga quagga) war übrigens keine eigene Zebra-Art, sondern eine Unterart des Steppenzebras (Equus quagga).

1987 wurde The Quagga Project gestartet. Die Idee ist recht simpel: wenn zwei Steppenzebras mit wenigen Streifen gepaart werden, bekommen sie (hoffentlich) ein Kind mit wenigen Streifen und irgendwann werden die Zebras des Projektes dann so wenige Streifen haben, dass sie dem Quagga gleich kommen. Diese könnten dann wieder in Südafrika angesiedelt werden. Also wäre ein Fehler, den die Menschen vor über 100 Jahren einmal gemacht haben, zumindest zum Teil wieder gut gemacht. Man könnte argumentieren, dass ein Zebra, das wie ein Quagga aussieht, weil es wenige Streifen hat, noch lange kein echtes Quagga ist. Die Beteiligten vom Quagga Project haben sich darüber durchaus Gedanken gemacht und argumentieren auf der Unterseite Criticism of the Quagga Project entsprechend dagegen. Sie sagen, da Quaggas jetzt ausgestorben sind, können keine spezifischen Charakteristika in anderer Weise als der reduzierten Streifen ausgemacht werden. Außerdem sind die Gräser, die die Steppenzebras heute fressen denen, die zu Quagga-Zeiten existiert haben, sehr ähnlich. Insofern wäre es kein besonders starkes Argument zu sagen, dass reduzierte Streifen alleine kein echtes Quagga machen. Ihr könnt mir gerne in den Kommentaren schreiben, wie ihr die Sache einschätzt.

The Quagga Project hat eine ganze Reihe Fotos veröffentlicht mit Zebras, die bereits deutlich weniger Streifen haben. Ihr könnt euch die Fotos unter folgendem Link anschauen: http://www.quaggaproject.org/Quagga-Graphic-Elements/PhotoGallery/PhotoGallery/slide.html

Wollhaarmammuts waren bis zu ihrem Aussterben sehr verbreitet sowohl in Amerika als auch Eurasien. Da es in einer Kältezeit lebte und ausstarb, sind viele Überreste durch Eis mumifiziert und relativ erhalten geblieben. Möglicherweise könnt ihr euch schon denken, was manche Wissenschaftler überlegen bzw. woran sie mehr oder weniger arbeiten. Richtig, das Mammut soll wieder zum Leben erweckt werden. Ähnlich wie beim Quagga gibt es zum einen den Ansatz, durch Selektion existierender Elefanten dem Mammut nah zu kommen. Eine andere Überlegung ist, vorhandene DNA von Mammuts zu nutzen oder sogar die nötige DNA, das heißt eine Eizelle, zu schaffen, die dann einem heute lebenden Elefanten eingepflanzt werden würde. Die Elefantenkuh würde dann im Idealfall ein Mammutbaby gebären. Die Anatomie der Elefanten und andere Aspekte wie die vermutete lange Tragezeit ähnlich heutiger Elefanten (also 21-22 Monate) bereiten dabei jedoch Schwierigkeiten und würden das ganze zu einem sehr langen und aufwändigen Projekt machen. Für die künstliche Erschaffung der Eizelle ist die Chromosomenforschung noch nicht so weit und die nötigen vorhandenen Zellen aus Mammut-Funden sind zu bruchstückhaft.

Ich könnte noch halbwegs verstehen ein Quagga zu erschaffen. Dieses Zebra-Quagga würde zumindest in dem echten Quagga relativ ähnlicher Umgebung in Afrika leben. Ein Mammut dagegen... Wo sollte das Mammut überhaupt leben und wovon?

Sicherlich ist es eine spannende Sache, ob es möglich sein kann Tiere wieder zu erschaffen. Doch zu welchem Ziel? Um wieder zu haben, was nicht mehr ist und einmal war? Um sagen und zeigen zu können, dass wir es können und gemacht haben? Es wäre bestimmt eine Sensation und beachtlich. Doch finde ich, sollte nicht vergessen werden, dass die reale natürliche Umgebung der Tiere nicht mehr existiert. Die sogenannten zivilisierten Menschen werden immer mehr und zerstören die Welt und mit ihr Tiere, die heute (noch) leben. Wäre es nicht sinnvoller, statt ausgestorbene Tiere wieder zu erschaffen, dafür zu sorgen, dass die bedrohten und gefährdeten Tierarten weiter leben können?

Bis zum nächsten Blog,
sarah